Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Website-Builder (Homepage-Baukasten) ist eine Online-Software, mit der du ohne Programmierkenntnisse eine Website per Vorlage und Drag-and-drop baust. Hosting, Sicherheit und Updates übernimmt der Anbieter.
- Kostenlose Tarife eignen sich zum Testen. Für einen seriösen Firmenauftritt brauchst du meist einen Bezahltarif mit eigener Domain und ohne Anbieter-Werbung.
- In Deutschland brauchst du auch mit Baukasten ein Impressum, eine Datenschutzerklärung und bei nicht notwendigen Cookies ein Einwilligungsbanner.
- Baukästen sind ideal für den schnellen Start. Bei komplexen Shops, besonderen Designs oder hohen SEO-Ansprüchen stoßen sie an Grenzen.
Was ist ein Website-Builder?
Ein Website-Builder ist ein intuitiv zu bedienender Homepage-Baukasten , der extra für Laien konzipiert ist. Du wählst eine Vorlage, ersetzt Texte und Bilder und veröffentlichst die Seite mit einem Klick. Server, Software-Updates und SSL-Zertifikat verwaltet der Anbieter. Viele Builder fragen zu Beginn nach Branche und Angebot und schlagen daraufhin fertige Seitenentwürfe vor, teils mit KI-generierten Texten, die du anschließend anpasst.
Für Start-ups heißt das: Du kannst innerhalb eines Tages online sein, ohne Agentur und ohne technisches Know-how. Die Kehrseite: Du bist an die Plattform gebunden. Ein Umzug zu einem anderen System ist meist nur mit Neuaufbau möglich.
Die bekanntesten Baukästen im Überblick
| Anbieter | Kostenloser Einstieg | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Jimdo | ja, mit Jimdo-Subdomain | Unternehmen aus Hamburg, geführte Einrichtung, Zusatz-Tools u. a. für Rechtstexte |
| Wix | ja, mit Wix-Subdomain und Werbung | sehr viele Vorlagen und Apps, großer Gestaltungsspielraum |
| Squarespace | nein, nur Testphase | designorientierte Vorlagen, stark bei Portfolios |
| IONOS MyWebsite | je nach Tarif Testzeitraum | deutscher Hoster, Domain und E-Mail aus einer Hand |
| WordPress.com | ja, mit Subdomain | gehostetes WordPress, erweiterbar in höheren Tarifen |
| Shopify | nur Testphase | spezialisiert auf Online-Shops |
Tarife und Preise ändern sich regelmäßig. Prüfe vor der Entscheidung die aktuelle Preisseite des Anbieters und achte darauf, ob der Einstiegspreis nur bei langer Vorauszahlung gilt. Einen breiteren Überblick, auch über Tools jenseits von Baukästen, gibt unser Artikel Die besten Tools für die Webseiten-Erstellung.
In 6 Schritten zur eigenen Homepage
- Ziel festlegen: Visitenkarte, Leadgenerierung, Terminbuchung oder Shop? Davon hängt ab, welchen Builder und Tarif du brauchst.
- Konto anlegen: Bei den meisten Anbietern reicht eine E-Mail-Adresse. Starte zunächst mit dem kostenlosen Tarif oder der Testphase.
- Vorlage wählen oder generieren lassen: Beantworte die Fragen zu Branche und Angebot oder wähle ein Template. Achte darauf, dass es auf dem Smartphone gut aussieht.
- Inhalte einfügen: Eigene Texte statt Platzhalter, echte Fotos von Team und Produkt, klare Kontaktmöglichkeit. Beispielbilder aus der Datenbank sind in Ordnung, prüfe aber die Lizenzbedingungen.
- Rechtstexte und Cookie-Banner einrichten (siehe unten).
- Upgrade und Domain verbinden, dann veröffentlichen.
Kostenlos oder Bezahltarif?
Die Gratis-Tarife sind zum Ausprobieren gut. Für einen Firmenauftritt haben sie typische Nachteile:
- Subdomain statt eigener Adresse, also etwa
firmenname.jimdosite.comstattfirmenname.de - Anbieter-Werbung oder -Logo auf der Seite
- Eingeschränkte Funktionen bei Speicher, Seitenanzahl, SEO-Einstellungen oder Shop
Bezahltarife bieten in der Regel:
- Eigene Domain (oft im ersten Jahr inklusive) und passende E-Mail-Adressen. Tipps zur Namenswahl findest du in Domains kaufen und bei Google erfolgreich ranken.
- Erweiterte SEO-Einstellungen: Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Weiterleitungen, Statistiken. Die Tools helfen dir bei der Umsetzung, gute Inhalte ersetzen sie nicht.
- Shop-Funktionen, Terminbuchung oder Mitgliederbereiche
- Schnelleren Support
HTTPS ist heute bei den großen Baukästen Standard und gehört nicht mehr zu den Premium-Extras. Ohne HTTPS würden Browser deine Seite als „nicht sicher“ markieren.
Rechtliches: Das gilt auch mit Baukasten
- Impressum: Geschäftsmäßige Websites brauchen ein leicht erreichbares Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das seit Mai 2024 das Telemediengesetz ersetzt.
- Datenschutzerklärung: Nach DSGVO musst du erklären, welche Daten du verarbeitest, etwa über Kontaktformulare, Statistik-Tools oder eingebettete Videos. Mit dem Baukasten-Anbieter brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag, den seriöse Anbieter bereitstellen.
- Cookie-Einwilligung: Für nicht notwendige Cookies und Tracking ist nach § 25 TDDDG eine Einwilligung nötig.
- Shop-Pflichten: AGB, Widerrufsbelehrung, Preisangaben und Versandinformationen.
Einige Baukästen bieten Generatoren für Rechtstexte oder Kooperationen mit spezialisierten Anbietern. Das spart Arbeit. Eine Garantie, dass die Texte zu deinem Geschäftsmodell passen, gibt es trotzdem nicht. Prüfe, ob alle eingesetzten Tools erfasst sind, und aktualisiere die Texte, wenn du etwas änderst.
Social Media und Marketing anbinden
Darüber hinaus haben Website-Builder häufig Schnittstellen zu sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram , die Ihnen dabei helfen, Ihre Reichweite zu erhöhen . Typisch sind Social-Media-Icons, eingebettete Feeds, Teilen-Buttons und die Verknüpfung mit dem Instagram-Shopping-Katalog. Beachte: Eingebettete Feeds laden oft Daten von Drittanbietern und gehören deshalb in Datenschutzerklärung und Cookie-Banner. Hinzu kommen häufig Newsletter-Formulare und Einträge in Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnissen.
Baukasten, WordPress oder Agentur?
| Kriterium | Baukasten | WordPress (selbst gehostet) | Agentur / Freelancer |
|---|---|---|---|
| Startzeit | Stunden bis Tage | Tage bis Wochen | Wochen |
| Technisches Wissen | kaum nötig | Grundkenntnisse nötig | nicht nötig |
| Flexibilität | begrenzt auf Plattform | sehr hoch | sehr hoch |
| Wartung | Anbieter | du selbst (Updates, Backups) | nach Vereinbarung |
| Umzug zu anderem System | schwierig | gut möglich | abhängig vom System |
Für die erste Version und die Validierung einer Geschäftsidee ist ein Baukasten oft die beste Wahl. Wächst das Start-up und steigen die Ansprüche an Design, Performance oder Integrationen, lohnt ein Wechsel. Welche Basics beim Gründen sonst noch wichtig sind, liest du in Als Start-up durchstarten.
FAQ
Ist eine kostenlose Website mit Baukasten für ein Unternehmen ausreichend?
Zum Testen ja. Für einen professionellen Auftritt stören Subdomain und Anbieter-Werbung. Ein günstiger Bezahltarif mit eigener Domain ist meist die bessere Wahl.
Kann ich meine Website später zu einem anderen Anbieter umziehen?
Meist nur mit Aufwand. Texte und Bilder kannst du übernehmen, das Design musst du in der Regel neu aufbauen. Die Domain kannst du jederzeit mitnehmen.
Sind die Rechtstexte aus dem Baukasten abmahnsicher?
Generatoren decken die gängigen Fälle ab, eine Garantie für jeden Einzelfall gibt es nicht. Prüfe, ob alle Tools und Datenverarbeitungen deiner Seite erfasst sind.
Ist eine Baukasten-Website schlecht für SEO?
Nein. Die großen Anbieter bieten die wichtigsten SEO-Einstellungen. Entscheidend sind gute Inhalte, eine schnelle Seite und eine saubere Struktur.







