Seit 2021 bewertet Google auch Webseiten nach den Core Web Vitals, einem Set aus drei technischen Kennzahlen, die die tatsächliche Nutzererfahrung messen. Im März 2024 wurde die Metrik First Input Delay durch Interaction to Next Paint ersetzt, was viele Betreiber zu einer Überprüfung ihrer Seiten gezwungen hat. Für 2026 ist zu erwarten, dass die Schwellenwerte strenger interpretiert und die Feldwerte aus dem Chrome User Experience Report stärker in die Rankingbewertung einfließen.
Largest Contentful Paint: Ladezeit des sichtbaren Hauptelements
Der Largest Contentful Paint, kurz LCP, misst die Zeit bis zum Rendern des größten sichtbaren Inhaltselements im Viewport. Google definiert einen Wert bis 2,5 Sekunden als gut, zwischen 2,5 und 4 Sekunden als verbesserungswürdig und über 4 Sekunden als schlecht. In der Praxis handelt es sich beim LCP-Element meist um ein Hero-Bild, ein Video-Poster oder einen großen Textblock. Schwache LCP-Werte beruhen oft auf unkomprimierten Bildern, blockierendem JavaScript im Head und langen Serverantwortzeiten. Um die technische Umsetzung nicht selbst stemmen zu müssen, kann man zumeist mit einer spezialisierten Webagentur aus der Schweiz zusammenarbeiten, die Performance-Audits mit strukturierten Optimierungsprozessen verbindet.
Interaction to Next Paint: Reaktionsfähigkeit der Oberfläche Interaction to Next Paint, INP, heißt die neue Kennzahl, die FID abgelöst hat. Sie misst die Zeitspanne zwischen einer Nutzerinteraktion und dem ersten sichtbaren Feedback von der Seite. Zielwert ist maximal 200 ms, ab 500 ms bewertet Google die Metrik als schlecht. Im Gegensatz zu FID betrachtet INP alle Interaktionen innerhalb einer Sitzung und nicht nur die erste. Das erhöht die Ansprüche an moderne Single Page Applications erheblich.
Die häufigsten Ursachen für hohe INP-Werte sind lange Main-Thread-Tasks, ineffiziente Event-Handler und zu viele Third-Party-Skripte. Zur Optimierung bieten sich Code-Splitting, das Aufteilen langer Tasks über scheduler.yield() und das Auslagern rechenintensiver Operationen in Web Worker an. Auch das Vermeiden von Layout-Shifts durch DOM-Manipulationen wirkt sich indirekt positiv auf den INP aus.
Cumulative Layout Shift: Visuelle Stabilität des Layouts
Cumulative Layout Shift, kurz CLS, misst unerwartete Layoutverschiebungen während der Nutzung. Werte unter 0,1 sind gut, zwischen 0,1 und 0,25 verbesserungswürdig. Verschiebungen entstehen typischerweise durch Bilder ohne definierte Breiten- und Höhenangaben, nachträglich geladene Werbebanner, Web Fonts mit sichtbarem Layoutwechsel oder dynamisch eingefügte Banner.
Zu den bewährten Techniken gehört das explizite Setzen von width und height bei Bildern und Videos, das Reservieren von Platzhaltern für dynamische Inhalte und der Einsatz von font-display: optional in Kombination mit vorgeladenen Schriftarten. Cookie-Banner und Consent-Layer sind sinnvoll im Layout an einer festen Stelle zu positionieren, wo nichts anderes eingebaut werden kann.
Messverfahren und Datenquellen
Zur Bewertung der Core Web Vitals gibt es zwei Datenquellen. Labordaten liefern Tools wie Lighthouse, PageSpeed Insights oder WebPageTest unter Laborbedingungen. Felddaten liefert unter anderem der Chrome User Experience Report, und diese Daten spiegeln reale Nutzungssituationen wider. Für die Rankingbewertung verwendet Google ausschließlich Felddaten, sodass ein guter Lighthouse-Score nicht ausreicht.
Betreiber sollten regelmäßig über die Google Search Console die 75. Perzentile ihrer Felddaten abfragen. Dieser Wert steht für die Erfahrung, die 75 Prozent der Nutzer mindestens machen, und ist der Maßstab, ob die Werte als „gut“ oder „schlecht“ eingestuft werden.







