Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Kurzantwort
- Homepage-Baukasten (z. B. Wix, Jimdo, Squarespace oder Baukästen von Hostern): ideal für kleine Firmen-, Vereins- und Portfolio-Seiten. Schnell online, wenig Wartung, aber an den Anbieter gebunden.
- Content-Management-System (vor allem WordPress): die flexible Lösung für Blogs, Magazine und wachsende Projekte. Mehr Möglichkeiten, aber du bist für Updates und Sicherheit verantwortlich.
- Shop-Systeme (z. B. Shopify, WooCommerce, Shopware): wenn Verkaufen im Mittelpunkt steht.
- Visuelle Profi-Tools und Code (z. B. Webflow oder statische Seitengeneratoren): für Designer und Entwickler, die volle Kontrolle wollen.
Die Tool-Kategorien im Vergleich
| Kategorie | Beispiele | Für wen | Einarbeitung | Flexibilität | Wartung |
|---|---|---|---|---|---|
| Homepage-Baukasten | Wix, Jimdo, Squarespace, Baukästen von Hostern | Selbstständige, Vereine, kleine Betriebe | sehr gering | mittel | übernimmt der Anbieter |
| CMS (selbst gehostet) | WordPress, Joomla, Drupal | Blogs, Magazine, Firmenseiten mit viel Inhalt | mittel | sehr hoch | du selbst (Updates, Backups) |
| Shop-System | Shopify (gehostet), WooCommerce, Shopware | Online-Händler | mittel | hoch | je nach System |
| Visueller Profi-Builder | Webflow | Designer, Agenturen | mittel bis hoch | hoch | Anbieter |
| Code / Static Site Generator | Hugo, Astro, Eleventy | Entwickler | hoch | maximal | du selbst, aber wenig Angriffsfläche |
Zur Einordnung: Laut W3Techs (Stand 25. September 2026) läuft WordPress auf rund 40 % aller Websites und kommt auf knapp 59 % Marktanteil unter den erfassten CMS. Dahinter folgen Shopify (5,4 % aller Websites), Wix (4,2 %) und Squarespace (2,4 %). Joomla, Webflow, Drupal und Jimdo liegen jeweils bei etwa 1 % oder darunter.
Welches Tool passt zu dir? 5 Fragen
- Was soll die Seite leisten? Visitenkarte mit fünf Unterseiten, Blog mit regelmäßigen Artikeln oder Shop?
- Wie viel Zeit willst du in Technik stecken? Wer keine Updates einspielen will, ist beim Baukasten besser aufgehoben.
- Wie groß soll das Projekt werden? Viele Inhalte, mehrere Sprachen, Mitgliederbereiche oder Schnittstellen sprechen für ein CMS.
- Brauchst du einen Umzug später? Bei Baukästen lassen sich Inhalte oft nur eingeschränkt exportieren. Bei WordPress kannst du Hoster jederzeit wechseln.
- Welches Budget hast du laufend? Baukästen kosten meist eine monatliche oder jährliche Gebühr inklusive Hosting. Beim CMS zahlst du Hosting, Domain und eventuell Premium-Themes oder Plugins. Kostenlose Tarife gibt es bei einigen Baukästen, dann aber meist mit Anbieter-Werbung und ohne eigene Domain.
Homepage-Baukasten: schnell online
Insbesondere Einsteigerinnen und Einsteiger wünschen sich einen Editor, der die wichtigsten Funktionen sofort bereitstellt. Ein Homepage Baukasten macht es möglich, verschiedene Module per Drag-and-drop auf der Seite zu platzieren und mit Inhalten zu füllen. Dazu zählen Textblöcke, Bildergalerien, Kontaktformulare oder Terminbuchungen. Hosting, SSL-Zertifikat und Sicherheitsupdates sind im Preis enthalten. Viele Anbieter generieren inzwischen per KI einen ersten Seitenentwurf samt Texten, den du anschließend anpasst.
Vorteile: kein Technikwissen nötig, geringe Wartung, fester Preis.
Nachteile: begrenzte Gestaltungs- und Erweiterungsmöglichkeiten, Bindung an den Anbieter, bei Wachstum oft teure Tarifwechsel.
Wie Start-ups mit Baukästen in kurzer Zeit eine professionelle Seite aufsetzen, zeigt unser Ratgeber Website-Builder für Start-ups.
Content-Management-Systeme: flexibel und erweiterbar
Ein CMS trennt Inhalt und Design: Du schreibst Beiträge im Editor, das Theme sorgt für die Darstellung. So lassen sich zum Beispiel für Content Management Systeme zahlreiche Erweiterungen installieren, um das eigene Projekt zu einem wahren Kompendium an Informationen auszubauen. Bei WordPress gibt es Plugins für nahezu alles: SEO, Formulare, Mehrsprachigkeit, Caching, Backups oder Shop-Funktionen (WooCommerce).
Der Preis dieser Freiheit: Du bist für Wartung verantwortlich. Veraltete Plugins und Themes gehören zu den häufigsten Einfallstoren für Angriffe auf Websites. Installiere deshalb nur Erweiterungen, die aktiv gepflegt werden, und so wenige wie nötig.
Pflichten in Deutschland: Das muss jede Seite haben
Unabhängig vom Tool gelten für geschäftsmäßige Websites in Deutschland diese Regeln:
- Impressum: Anbieterkennzeichnung nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), das 2024 das Telemediengesetz abgelöst hat. Leicht erreichbar, meist über den Footer.
- Datenschutzerklärung: Informationen nach Art. 13 DSGVO darüber, welche Daten die Seite verarbeitet, etwa über Kontaktformulare, Analyse-Tools, eingebettete Videos oder Schriftarten externer Anbieter.
- Cookie-Einwilligung: Für nicht notwendige Cookies und Tracking brauchst du vorher eine Einwilligung (§ 25 TDDDG). Ein Banner mit „Akzeptieren“ und gleichwertigem „Ablehnen“ ist Standard.
- Auftragsverarbeitung: Mit Hoster, Baukasten-Anbieter und externen Diensten, die personenbezogene Daten verarbeiten, brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO). Seriöse Anbieter stellen ihn online bereit.
- Barrierefreiheit: Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es betrifft unter anderem Online-Shops und andere Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr gegenüber Verbrauchern. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. Euro Jahresumsatz sind als Dienstleister ausgenommen. Barrierearme Gestaltung lohnt sich aber für alle: klare Kontraste, Alt-Texte für Bilder, sinnvolle Überschriftenstruktur, bedienbar per Tastatur.
Dieser Überblick ersetzt keine Rechtsberatung. Viele Baukästen und Plugins bieten Generatoren für Impressum und Datenschutzerklärung. Prüf die Ergebnisse trotzdem kritisch.
Performance, SEO und Domain
- Ladezeit: Komprimierte Bilder (WebP/AVIF), ein schnelles Hosting und wenige externe Skripte machen den größten Unterschied. Google bewertet die Nutzererfahrung unter anderem mit den Core Web Vitals. Was dahintersteckt, erklärt unser Artikel Core Web Vitals 2026.
- SEO-Grundlagen: aussagekräftige Seitentitel und Meta-Beschreibungen, saubere URLs, eine logische Überschriftenstruktur und Inhalte, die echte Fragen beantworten. Die meisten Baukästen und alle großen CMS unterstützen das.
- Domain: kurz, einprägsam, ohne Bindestrich-Ketten. Tipps zur Auswahl gibt unser Ratgeber Domains kaufen und bei Google ranken.
- Struktur: wenige Hauptmenüpunkte, klare Kategorien und eine Startseite, die in einem Satz sagt, was du anbietest.
Sicherheit und Wartung: die Checkliste
- Updates: CMS-Kern, Themes und Plugins zeitnah aktualisieren, automatische Updates für Sicherheitsversionen aktivieren.
- Backups: automatisiert, mit Kopie an einem zweiten Ort, und gelegentlich die Wiederherstellung testen.
- Zugänge: starke, einzigartige Passwörter und Zwei-Faktor-Anmeldung für alle Admin-Konten.
- Rechte: Mitarbeitende nur mit den Rollen ausstatten, die sie brauchen (z. B. Autor statt Administrator).
- HTTPS: SSL-Zertifikat aktiv, alle Seiten auf HTTPS umleiten.
- Aufräumen: ungenutzte Plugins und Themes löschen, nicht nur deaktivieren.
In 7 Schritten zur eigenen Website
- Ziel und Zielgruppe in zwei Sätzen festhalten.
- Seitenstruktur skizzieren (Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz).
- Tool-Kategorie anhand der 5 Fragen oben wählen.
- Domain registrieren und mit Hosting oder Baukasten verbinden.
- Design wählen (Vorlage oder Theme) und an Farben, Logo und Schriften anpassen.
- Inhalte schreiben, Bilder optimieren, Rechtstexte einbinden.
- Auf Smartphone und Desktop testen, Ladezeit prüfen, dann veröffentlichen und regelmäßig pflegen.
FAQ
Was ist besser: Baukasten oder WordPress?
Für eine kleine Seite mit wenig Pflegeaufwand ein Baukasten. Für wachsende Projekte mit vielen Inhalten, Blog oder individuellen Funktionen WordPress.
Kann ich eine Website kostenlos erstellen?
Ja, mit kostenlosen Baukasten-Tarifen. Die haben aber meist Werbung des Anbieters und keine eigene Domain. Für einen professionellen Auftritt brauchst du einen Bezahltarif oder eigenes Hosting.
Kann ich später vom Baukasten zu WordPress wechseln?
Meist nur mit Aufwand. Texte und Bilder lassen sich übertragen, das Design musst du neu umsetzen. Plane den Wechsel am besten früh.
Brauche ich als Privatperson ein Impressum?
Rein private Seiten für Familie und Freunde nicht. Sobald die Seite geschäftsmäßig ist, etwa mit Werbung, Affiliate-Links oder Angeboten, in der Regel schon.
Gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für meine Website?
Wenn du Verbrauchern online Waren oder Dienstleistungen verkaufst und kein Kleinstunternehmen bist, sehr wahrscheinlich ja. Reine Informationsseiten ohne Vertragsabschluss fallen meist nicht darunter.







