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ROM-Speicher: Was er ist, welche Arten es gibt und wie er sich von RAM unterscheidet

Aktualisiert am 9. Oktober 2026

Kurzantwort

ROM steht für Read-Only Memory, also Nur-Lese-Speicher. Er behält seine Daten auch ohne Strom und enthält Programme, die ein Gerät zum Starten braucht, die sogenannte Firmware (z. B. das BIOS bzw. UEFI im PC). Echter ROM lässt sich nach der Herstellung nicht mehr ändern; heute steckt dafür meist Flash-Speicher in den Geräten, der sich für Updates neu beschreiben lässt. RAM dagegen ist der schnelle Arbeitsspeicher, der beim Ausschalten alles verliert.

Was ist ROM-Speicher genau?

ROM ist ein nichtflüchtiger Speicher: Die Daten bleiben erhalten, wenn der Strom weg ist. Im Normalbetrieb wird er nur gelesen. Genau deshalb eignet er sich für alles, was ein Gerät beim Einschalten sofort und zuverlässig parat haben muss:

  • Firmware von PCs und Laptops: Das UEFI (früher BIOS) liegt auf einem kleinen Flash-Chip auf dem Mainboard. Es prüft die Hardware und startet anschließend Windows, Linux oder macOS.
  • Firmware in Geräten: Router, Drucker, SSDs, Grafikkarten, Waschmaschinen, Autos, Fernbedienungen. Fast jedes elektronische Gerät hat einen Mikrocontroller mit Programm- und Datenspeicher dieser Art.
  • Spielmodule: Klassische Konsolen wie NES, Super Nintendo oder Game Boy hatten die Spiele auf ROM-Chips in den Modulen.

Die ROM-Arten im Überblick

Im Lauf der Jahrzehnte wurde ROM immer flexibler. Der Name blieb, obwohl die meisten modernen Varianten durchaus beschreibbar sind.

Typ Beschreibbar? Löschen Typischer Einsatz
Masken-ROM nur bei der Herstellung nicht möglich Großserien, alte Spielmodule, Boot-Code in Chips
PROM einmal, mit Programmiergerät nicht möglich Kleinserien, heute selten
EPROM ja, mit Programmiergerät UV-Licht durch ein Quarzfenster, ca. 20–30 Minuten ältere Elektronik, Hobbyprojekte
EEPROM ja, elektrisch im Gerät elektrisch, byteweise Einstellungen und Kalibrierdaten in Geräten
Flash (NOR/NAND) ja, elektrisch im Gerät elektrisch, blockweise UEFI/BIOS, Firmware, SSDs, USB-Sticks, Handyspeicher

Masken-ROM

Die Daten werden bei der Chipfertigung über eine Belichtungsmaske fest in die Schaltung eingebaut. Das ist in großen Stückzahlen günstig, aber jede Änderung erfordert neue Chips.

PROM

Programmable ROM kommt leer aus der Fabrik. Ein Programmiergerät brennt mit Spannungsimpulsen einmalig winzige Verbindungen (Fuses) durch oder stellt sie her. Danach ist der Inhalt dauerhaft festgelegt.

EPROM

Beim Erasable PROM wird die Information als elektrische Ladung gespeichert. Zum Löschen bestrahlt man den Chip durch ein kleines Quarzfenster mit UV-Licht; laut typischer Herstellerangabe dauert das etwa 20 bis 30 Minuten. Deshalb klebt auf dem Fenster meist ein Aufkleber, damit Sonnenlicht den Inhalt nicht langsam löscht.

EEPROM

Das Electrically Erasable PROM lässt sich elektrisch löschen und neu beschreiben, direkt im Gerät, ohne es auszubauen. Die Zahl der Schreibzyklen ist allerdings begrenzt. EEPROMs speichern oft kleine Datenmengen wie Geräteeinstellungen.

Flash-Speicher

Flash ist eine Weiterentwicklung des EEPROM, die größere Blöcke auf einmal löscht und dadurch schneller und günstiger ist. Aus Flash bestehen heute BIOS/UEFI-Chips, SSDs, USB-Sticks, Speicherkarten und der interne Speicher von Smartphones.

ROM und RAM: Die Unterschiede

ROM / Flash RAM (Arbeitsspeicher)
Daten ohne Strom bleiben erhalten gehen verloren
Schreiben gar nicht oder nur gezielt (Updates) ständig, sehr schnell
Geschwindigkeit langsamer sehr schnell
Aufgabe Firmware, dauerhafte Daten laufende Programme und offene Dateien
Beispiel im PC UEFI-Chip auf dem Mainboard DDR4-/DDR5-Module

Eine einfache Merkhilfe: ROM ist das Handbuch, RAM ist der Schreibtisch. Das Handbuch bleibt im Regal, der Schreibtisch wird beim Feierabend abgeräumt.

Praxis: Wo du im Alltag mit ROM zu tun hast

BIOS-/UEFI-Version herausfinden

  1. Windows-Taste + R drücken, msinfo32 eingeben, Enter.
  2. In der Systemübersicht steht bei BIOS-Version/-Datum die installierte Firmware.

Arbeitsspeicher (RAM) prüfen

Unter Windows 11 und 10: Strg + Umschalt + Esc für den Task-Manager, dann Leistung » Arbeitsspeicher. Dort siehst du Größe, Geschwindigkeit und Belegung.

Firmware-Update (BIOS/UEFI flashen)

Weil moderner „ROM" eigentlich Flash ist, bieten Hersteller Updates an. Die bringen Sicherheitskorrekturen oder Unterstützung für neue Prozessoren.

Wichtig: Ein abgebrochenes BIOS-Update kann das Mainboard unbrauchbar machen. Flashe nur mit der Datei für genau dein Modell von der Herstellerseite, bei Laptops nur mit angeschlossenem Netzteil, und schalte den Rechner währenddessen auf keinen Fall aus.

Funktioniert nicht? Typische ROM- und Firmware-Probleme

  • PC startet nach BIOS-Update nicht mehr: Viele Mainboards haben eine Wiederherstellungsfunktion (z. B. ein zweites BIOS oder eine Flashback-Taste). Schau im Handbuch nach. Weitere Schritte findest du in PC startet, zeigt aber kein Bild.
  • Uhrzeit und BIOS-Einstellungen gehen verloren: Das liegt nicht am ROM, sondern meist an der leeren Knopfzelle (CR2032) auf dem Mainboard, die die Einstellungen puffert.
  • „Zu wenig Speicher" auf dem Handy: Gemeint ist der interne Flash-Speicher, nicht der Arbeitsspeicher. Hier hilft Aufräumen, nicht ein neuer „ROM".

FAQ

Was bedeutet „8 GB RAM / 256 GB ROM" beim Handy?

Mit „ROM" meinen Händler den internen Speicher für Apps, Fotos und Daten. Technisch ist das beschreibbarer Flash-Speicher. Der Begriff ist irreführend, aber verbreitet.

Was ist ein Custom ROM?

So nennt man ein alternatives Betriebssystem-Abbild für Android-Geräte (z. B. LineageOS), das die Hersteller-Firmware ersetzt. Die Installation kann die Garantie berühren und bei Fehlern das Gerät unbrauchbar machen.

Kann man ROM-Speicher aufrüsten?

Den Firmware-Chip im PC nicht sinnvoll. Mehr Speicherplatz bekommst du über eine größere SSD, mehr Arbeitsgeschwindigkeit über zusätzlichen RAM.

Geht ROM beim Ausschalten verloren?

Nein. Das ist gerade der Sinn von ROM. Nur der RAM wird beim Ausschalten geleert.

Was sind „ROMs" bei Emulatoren?

Abbilder der Spielmodule alter Konsolen. Kopien kommerzieller Spiele aus dem Netz herunterzuladen, ist in Deutschland in aller Regel urheberrechtlich nicht erlaubt.

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