Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Kurzantwort
DVI und HDMI nutzen dasselbe digitale Bildsignal, deshalb reicht ein einfacher, passiver Adapter oder ein DVI-D-auf-HDMI-Kabel, in beide Richtungen. Die Bildqualität bleibt gleich. Zwei Einschränkungen solltest du kennen: Über den Adapter kommt maximal 1920 × 1200 bei 60 Hz (Full HD) an, und Ton wird in der Regel nicht übertragen. Den Ton musst du dann separat per Klinkenkabel oder Bluetooth zuführen.
Wann du einen DVI-HDMI-Adapter brauchst
- Ältere Grafikkarte oder älterer PC mit DVI-Ausgang, aber Fernseher oder neuer Monitor nur mit HDMI.
- Neuer Laptop, Konsole oder Mediaplayer mit HDMI, aber älterer Monitor nur mit DVI-Eingang.
- Grafikkarte hat einen freien DVI-Ausgang, die HDMI-Buchse ist schon belegt.
Nicht geeignet ist der Adapter, wenn du 4K, mehr als 60 Hz oder HDR willst. Das kann DVI nicht, und über einen HDMI-DVI-Adapter bekommst du auch am Dual-Link-Monitor nur Single-Link-Bandbreite.
Adapterstecker oder Adapterkabel?
| Lösung | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Adapterstecker (DVI-Stecker auf HDMI-Buchse) | Du kannst dein vorhandenes HDMI-Kabel weiterverwenden | Hebelt an der Buchse, bei engen Rückseiten sperrig |
| Adapterkabel (DVI-D auf HDMI) | Eine Verbindung weniger, stabiler Sitz | Feste Länge, neues Kabel nötig |
| Aktiver Konverter | Nur nötig für VGA oder Sonderfälle | Teurer, braucht teils Strom per USB |
Achte beim Kauf auf einen DVI-D-Stecker (ohne die vier Pins am flachen Kontakt). Der passt sowohl in DVI-D- als auch in DVI-I-Buchsen. Wie du die Varianten unterscheidest, steht in DVI-I und DVI-D – Unterschiede.
So verbindest du DVI und HDMI
- Gerät und Bildschirm ausschalten. DVI ist nicht für das Einstecken im laufenden Betrieb gedacht.
- Adapter bzw. Kabel mit dem DVI-Ende an die Grafikkarte (oder den Monitor) stecken und die beiden Schrauben festziehen. Wackelige DVI-Stecker sind eine häufige Ursache für Flackern.
- HDMI-Ende mit dem Fernseher oder Monitor verbinden.
- Geräte einschalten, am Bildschirm den richtigen Eingang wählen (Taste Source oder Input).
- Unter Windows 11 die Auflösung prüfen: Einstellungen » System » Anzeige » Bildschirmauflösung. Unter Windows 10 heißt der Punkt Anzeigeauflösung im selben Menü.
Ton: Warum er fehlt und wie du ihn trotzdem bekommst
DVI überträgt laut Standard kein Audio. Es gibt Ausnahmen: Manche Grafikkarten schicken über den DVI-Port auch ein HDMI-Tonsignal, wenn du den vom Hersteller mitgelieferten oder freigegebenen Adapter verwendest (bekanntes Beispiel: ältere AMD-Radeon-Karten ab der HD-2000-Serie). Ob deine Karte das kann, steht im Handbuch oder auf der Herstellerseite.
Wenn nicht, hast du diese Möglichkeiten:
- Klinkenkabel (3,5 mm) vom Kopfhörer- oder Line-Ausgang des PCs zum Audio-Eingang von TV, Soundbar oder Lautsprechern.
- Bluetooth-Lautsprecher oder -Kopfhörer direkt mit dem PC koppeln.
- Soundbar per optischem Kabel, falls PC und Soundbar das unterstützen.
Liefert der PC doch Ton per HDMI, stellst du ihn unter Windows 11 um unter Einstellungen » System » Sound » Ausgabe, unter Windows 10 unter Einstellungen » System » Sound » Ausgabegerät auswählen. Mehr Hilfe findest du in Kein Ton über HDMI.
Technik im Vergleich: DVI und HDMI
| DVI (Single-Link) | DVI (Dual-Link) | HDMI 2.0 | HDMI 2.1 | HDMI 2.2 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Maximal typisch | 1920 × 1200 / 60 Hz | 2560 × 1600 / 60 Hz | 4K / 60 Hz | 4K / 120 Hz, 8K / 60 Hz | bis 16K / 60 Hz (laut Spezifikation) |
| Ton | nein (Ausnahmen s. o.) | nein | ja | ja | ja |
| Über DVI-HDMI-Adapter nutzbar | ja | nur Single-Link-Teil | nur bis Full HD / 60 Hz | nur bis Full HD / 60 Hz | nur bis Full HD / 60 Hz |
HDMI 2.2 wurde im Juni 2025 veröffentlicht und bringt bis zu 96 Gbit/s über die neuen „Ultra96"-Kabel. Für eine DVI-Verbindung spielt das keine Rolle: Der Adapter begrenzt immer auf das, was DVI kann.
Funktioniert nicht? Das kannst du tun
- Kein Bild: Eingang am TV prüfen, Schrauben am DVI-Stecker festziehen, PC mit angeschlossenem Bildschirm neu starten. Manche Grafikkarten erkennen den Monitor nur beim Hochfahren.
- Bild ist am Rand abgeschnitten (Overscan): Am Fernseher im Bildmenü „Just Scan", „Bildschirmanpassung" oder „Originalgröße" wählen. Alternativ bieten die Grafiktreiber von Nvidia, AMD und Intel eine Skalierungsoption.
- Farben wirken blass oder zu kontrastreich: Der Fernseher erwartet einen anderen RGB-Bereich als die Grafikkarte liefert. Im Grafiktreiber den Dynamikbereich (bei Nvidia z. B. „Voll" oder „Begrenzt") passend zum TV-Menü einstellen.
- Netflix, Disney+ oder Blu-ray bleiben schwarz: Kopierschutz HDCP. Sehr alte DVI-Monitore oder -Grafikkarten unterstützen HDCP nicht, dann verweigern Streamingdienste das Bild oder liefern nur geringe Auflösung.
- Auflösung lässt sich nicht höher stellen: Das ist die Single-Link-Grenze des Adapters. Für 1440p oder 4K brauchst du eine direkte HDMI- oder DisplayPort-Verbindung, siehe DisplayPort mit HDMI verbinden: Passiver oder aktiver Adapter?.
- Aussetzer bei langem Kabel: Kürzeres oder hochwertigeres Kabel testen, für große Distanzen einen aktiven Verstärker nutzen.
FAQ
Verliert das Bild durch den Adapter an Qualität?
Nein. Das Signal bleibt digital und wird nicht umgerechnet. Unterschiede entstehen höchstens durch falsche Einstellungen wie Overscan oder RGB-Bereich.
Funktioniert der Adapter auch von HDMI auf DVI?
Ja, passive Adapter arbeiten in beide Richtungen. Du kannst also z. B. einen Laptop mit HDMI an einen DVI-Monitor anschließen, allerdings ohne Ton.
Funktioniert HDMI-CEC über DVI?
Nein. Fernbedienungsfunktionen wie CEC gibt es nur bei einer durchgehenden HDMI-Verbindung.
Kann ich einen DVI-I-Ausgang nutzen?
Ja. Ein Adapter mit DVI-D-Stecker passt auch in eine DVI-I-Buchse und nutzt deren digitalen Teil.
Warum bekomme ich an meinem 144-Hz-Monitor nur 60 Hz?
Weil der HDMI-DVI-Weg auf Single-Link begrenzt ist. Nutze am Monitor einen Dual-Link-DVI-Eingang mit passendem Kabel oder, falls vorhanden, DisplayPort.







