Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
- STE steht für ST Enhanced. Atari stellte den 1040 STE im August 1989 auf der Atari-Messe in Düsseldorf vor. Er sollte Marktanteile vom Amiga zurückholen.
- Die wichtigsten Neuerungen gegenüber dem 1040 STF: 4.096 Farben als Palette, 8-Bit-DMA-Stereosound bis 50 kHz, Blitter serienmäßig, Hardware-Scrolling, SIMM-Steckplätze für bis zu 4 MB RAM und zwei erweiterte Joystick-Ports.
- Der 520 STE unterscheidet sich vom 1040 STE nur durch den Speicher: 512 KB statt 1 MB.
- Laut ST-Computer (10/1989) kostete der 1040 STE zum Start mit Monochrom-Monitor SM124 offiziell 1.598 DM.
Was der STE besser kann als der ST
Äußerlich sieht der STE fast aus wie der Atari 1040 STF / STFM: Der Megabyte-Rechner, der Studios und Büros eroberte. Gehäuse und Tastatur sind gleich, die meisten Anschlüsse auch. Innen hat Atari aber einiges überarbeitet:
| Merkmal | 1040 STF/STFM | 1040 STE |
|---|---|---|
| Farbpalette | 512 Farben | 4.096 Farben (weiterhin 16 gleichzeitig in der niedrigen Auflösung) |
| Sound | YM2149 (3 Stimmen) | YM2149 plus 8-Bit-PCM-Stereo per DMA (6,25 / 12,5 / 25 / 50 kHz) |
| Klangregelung | keine | Chip LMC1992 für Lautstärke, Balance, Bass und Höhen (Microwire-Interface) |
| Blitter | nicht serienmäßig | serienmäßig |
| Scrolling | per Software | horizontal und vertikal in Hardware |
| RAM-Erweiterung | meist gelötet | 30-polige SIMM-Module, bis 4 MB |
| CPU-Sockel | DIL | PLCC (gesockelt) |
| Joystick | 2 Ports | 2 Ports plus 2 erweiterte 15-polige Ports |
| Audio-Ausgang | über Monitor | zusätzlich 2 × Cinch (Stereo) |
| Genlock | nein | ja (Shifter extern synchronisierbar) |
| TOS | 1.0 bis 1.04 (192 KB) | 1.06, später 1.62 (256 KB) |
Die erweiterten Joystick-Ports nehmen Paddles, Lichtgriffel und Lichtpistolen auf. Mit einem Adapter passen auch zwei Joysticks pro Port. Die Pads der späteren Jaguar-Konsole funktionieren ebenfalls daran.
Technische Daten
- CPU: Motorola 68000, 8 MHz
- RAM: 512 KB (520 STE) oder 1 MB (1040 STE), per SIMM auf 1, 2 oder 4 MB erweiterbar
- ROM: 256 KB mit TOS 1.06 oder 1.62, TOS 2.06 per Nachrüstung
- Grafik: 320 × 200 (16 Farben), 640 × 200 (4 Farben), 640 × 400 monochrom
- Laufwerk: 3,5", doppelseitig, 720 KB
- Anschlüsse: MIDI In/Out, ACSI/DMA, Floppy, seriell, parallel, Monitor, ROM-Port, Maus/Joystick, HF-Modulator, Stereo-Cinch, 2 × erweiterter Joystick-Port
Frühe STE-Platinen haben den Blitter als eigenen Chip. Bei späteren Revisionen ist er nach Sammlerangaben zusammen mit weiteren Logikbausteinen in einem Kombichip integriert.
Kompatibilität: Der holprige Start
Die neue Hardware brachte Probleme mit sich. Programme, die direkt auf die ST-Hardware zugriffen statt das Betriebssystem zu nutzen, liefen auf dem STE teils instabil oder gar nicht. Das betraf vor allem Spiele. TOS 1.06 brauchte zudem einen Patch, erst TOS 1.62 beseitigte die Fehler.
Kommerzielle Spiele nutzten die STE-Funktionen nur zögerlich, weil es wenige STE-Besitzer gab. Bekannte Ausnahmen sind das Flipperspiel Obsession und Sleepwalker von Ocean, das nur auf dem STE läuft. In der Demoszene und bei Trackern wie ProTracker war der DMA-Sound dagegen schnell beliebt.
Laut Wikipedia blieb der 1040 STE in Deutschland hinter den Verkaufserwartungen zurück. Ein Grund: Atari verkaufte den günstigeren STFM parallel weiter.
Varianten
- 520 STE: 512 KB RAM, besonders in Großbritannien und Frankreich verbreitet
- „2080 STE“ und „4160 STE“: Händlerbezeichnungen für aufgerüstete Geräte. Ein 4160 STE von Atari existierte nur als Entwicklermodell. Atari produzierte aber Typenschilder, die später auf normalen STE auftauchten.
- Mega STE (1991): STE-Technik mit 16 MHz, VME-Steckplatz und abgesetzter Tastatur
- Atari 1040 STE+: der Prototyp mit eingebautem PC: nie erschienener Prototyp mit eingebautem PC-Teil
Der Nachfolger im Heimbereich war 1992 der Atari Falcon 030: Ataris letzter Computer im Porträt.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- RAM: Beim Start den erkannten Speicher prüfen. Lockere oder falsch kombinierte SIMMs sind eine häufige Fehlerquelle. Nicht jede Kombination von Modulen funktioniert.
- TOS-Version: 1.62 ist die ausgereifte Version. Mit 1.06 können manche Programme Probleme machen.
- DMA-Sound: Über die Cinch-Ausgänge testen, ob beide Kanäle sauber klingen.
- Erweiterte Joystick-Ports: Die Buchsen an der Seite auf festen Sitz prüfen.
- Netzteil und Laufwerk: Wie beim STF ist beides gealtert. Diskette lesen und schreiben testen, Netzteil auf Geruch oder Brummen prüfen.
- Tastatur: Alle Tasten durchtesten.
Viele STE-Programme laufen auch im freien Emulator Hatari. So kannst du testen, bevor du Hardware kaufst.
FAQ
Was bedeutet STE?
STE steht für „ST Enhanced“, also einen verbesserten ST mit mehr Farben, besserem Sound und leichterer Aufrüstung.
Wie viel RAM passt in einen 1040 STE?
Bis zu 4 MB über 30-polige SIMM-Module. Übliche Ausbaustufen sind 1, 2 und 4 MB.
Laufen alle ST-Spiele auf dem STE?
Die meisten ja. Einige ältere Spiele, die direkt auf die Hardware zugreifen, laufen aber nicht oder nur fehlerhaft.
Was ist der Unterschied zwischen 520 STE und 1040 STE?
Nur der Arbeitsspeicher: 512 KB beim 520 STE, 1 MB beim 1040 STE. Beide lassen sich per SIMM auf 4 MB aufrüsten.







