Aktualisiert am 9. Oktober 2026
Kurzantwort
Der Atari 1040 STF erschien 1986 und war einer der ersten Heimcomputer mit 1 MB RAM serienmäßig. Die Zeitschrift BYTE feierte ihn in den USA als ersten Computer, der ein Megabyte für unter 1.000 Dollar bot. Gegenüber dem 520 ST sind Netzteil und doppelseitiges 3,5"-Diskettenlaufwerk eingebaut. Der 1040 STFM hat zusätzlich einen HF-Modulator, damit du ihn an einen Fernseher anschließen kannst. Dank eingebauter MIDI-Ports wurde er zum Standardrechner in vielen Tonstudios.
Die Varianten im Überblick
Die Buchstaben im Namen stehen für Ausstattungsmerkmale:
- F = internes Diskettenlaufwerk (Floppy)
- M = eingebauter HF-Modulator für den Fernseher
| Modell | Bauzeit (laut Wikipedia) | RAM | Laufwerk | TV-Ausgang |
|---|---|---|---|---|
| 1040 STF | 1986–1989 | 1 MB | 3,5", doppelseitig, 720 KB | nein |
| 1040 STFM | 1986–1992 | 1 MB | 3,5", doppelseitig, 720 KB | ja |
Einige frühe 1040 STF kamen mit einem einseitigen Laufwerk (360 KB) auf den Markt. Im Alltag ließ man die Endung oft weg und sprach einfach vom „1040 ST“. Eine seltene Variante mit 2 MB ist der Atari 2080 STF: Der seltene 2-MB-Ableger des 1040 STF.
Technische Daten
| Bereich | Ausstattung |
|---|---|
| CPU | Motorola 68000, 8 MHz (intern 32 Bit, 16-Bit-Datenbus, 24-Bit-Adressbus) |
| RAM | 1 MB |
| ROM / Betriebssystem | 192 KB, TOS 1.0, 1.02 oder 1.04 („Rainbow TOS“); TOS 2.06 nur per Nachrüstung |
| Grafik | 320 × 200 (16 Farben), 640 × 200 (4 Farben), 640 × 400 monochrom; Palette mit 512 Farben |
| Blitter | nicht serienmäßig, bei späten STFM teils vorhanden |
| Sound | Yamaha YM2149, drei Stimmen plus Rauschgenerator |
| Laufwerk | 3,5", doppelseitig, Double Density, 720 KB |
| Tastatur | eigener Tastaturprozessor (Hitachi HD6301), 10 Funktionstasten, Ziffern- und Cursorblock |
| Netzteil | eingebaut |
Die hohe Auflösung mit 640 × 400 Punkten lief nur am Monochrom-Monitor SM124, mit rund 71 Hz nahezu flimmerfrei. Das war damals ein Spitzenwert und machte den ST für Textverarbeitung, DTP und CAD attraktiv. Die Farbmodi brauchten einen Farbmonitor oder, beim STFM, einen Fernseher.
Anschlüsse
- MIDI In und MIDI Out (5-polig DIN), das wichtigste Argument für Musiker
- Monitor (13-polige DIN-Buchse für Farb- und Monochrom-Monitore, mit Audio)
- ACSI/DMA (19-polig) für Festplatten und Atari-Laserdrucker
- Floppy (14-polig DIN) für ein externes Zweitlaufwerk
- Seriell (RS-232, DB25) und parallel (Centronics)
- ROM-Modulport für Steckmodule bis 128 KB (oft für Dongles genutzt)
- Maus- und Joystickport, beim 1040 in einer Mulde unter der Tastatur
- HF-Ausgang nur beim STFM
Wofür der 1040 ST genutzt wurde
In Deutschland war der ST ein ernsthafter Arbeitsrechner. Mit DTP-Programmen wie Calamus oder Signum entstanden Satz und Layout. Die MIDI-Ports machten ihn in Tonstudios zum Standard: Sequenzer wie Cubase, Creator und Notator (der Vorläufer von Logic) entstanden auf dem Atari ST. Viele bekannte Produktionen der 1980er und 1990er Jahre entstanden auf einem 1040 ST. Daneben war er eine beliebte Spieleplattform. Titel wie Dungeon Master erschienen zuerst für den ST.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Ein 1040 STF/STFM ist heute vergleichsweise gut zu bekommen. Das Alter von fast 40 Jahren merkt man den Geräten aber an. Prüfe diese Punkte:
- Netzteil: Die eingebauten Netzteile sind gealtert. Riecht es verbrannt oder brummt es, lass den Rechner nicht lange laufen. Viele Sammler lassen die Kondensatoren tauschen.
- Diskettenlaufwerk: Mit einer Testdiskette lesen, formatieren und schreiben. Verharztes Fett und verschmutzte Köpfe sind häufige Ursachen für Lesefehler.
- Tastatur: Jede Taste testen. Einzelne tote Tasten deuten auf Kontaktprobleme hin.
- Maus- und Joystickport: Die Buchsen unter der Tastatur wurden oft grob behandelt. Wackelkontakte kommen häufig vor.
- Bildausgang: Klär vorher, womit du das Bild darstellst: SM124, Farbmonitor, SCART-Kabel oder beim STFM der Fernseher.
- TOS-Version: Beim Start oder im Desktop-Info prüfen. TOS 1.04 bringt viele Bugfixes und DOS-kompatibles Formatieren.
- Speicheraufrüstungen: Bei STF/STFM wurde RAM meist gelötet. Frag bei Umbauten nach, wer sie gemacht hat.
Moderne Hilfen machen den Alltag leichter. Floppy-Emulatoren wie HxC oder Gotek ersetzen das Laufwerk, SD-Karten-Adapter für den ACSI-Port ersetzen die Festplatte. Mit dem freien Emulator Hatari und dem freien Betriebssystem EmuTOS kannst du ST-Software auch ohne Originalhardware nutzen.
Einordnung in die ST-Familie
Der 1040 STF baut direkt auf dem Atari 520 ST, ST+, STM und STFM: das erste ST-Modell und seine Varianten auf. Ab 1989 folgte mit dem Atari 520 STE / 1040 STE: Der verbesserte ST im Porträt ein Nachfolger im selben Gehäuse: 4.096 Farben, DMA-Stereosound, Blitter serienmäßig und SIMM-Steckplätze für einfache RAM-Erweiterung.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen 1040 STF und 1040 STFM?
Der STFM hat zusätzlich einen HF-Modulator. Damit lässt er sich an den Antenneneingang eines Fernsehers anschließen. Sonst sind beide Modelle gleich.
Welches TOS ist im 1040 STF eingebaut?
Je nach Baujahr TOS 1.0, 1.02 oder 1.04. TOS 2.06 war nie ab Werk verbaut, lässt sich aber mit einem Adapter nachrüsten.
Kann ich einen 1040 ST am modernen Fernseher betreiben?
Die Farbmodi funktionieren meist über ein SCART- oder RGB-Kabel, sofern der Fernseher noch einen passenden Eingang hat. Für die Monochrom-Auflösung brauchst du einen SM124 oder einen passenden Adapter für geeignete Monitore.
Lässt sich der RAM erweitern?
Ja, auf bis zu 4 MB. Beim STF/STFM braucht es dafür meist Lötarbeiten oder eine Aufsteckplatine. Erst der STE hat SIMM-Steckplätze.







