Oursurfing.com ist ein sogenannter Browser-Hijacker, der ohne Einwilligung des Nutzers die Startseite und Suchmaschine von Webbrowsern wie Mozilla Firefox, Google Chrome und dem Internet Explorer verändert. Diese unerwünschte Software gelangt meistens über gebündelte Downloads auf den Computer. Die Entfernung erfordert mehrere Schritte in den Browser-Einstellungen sowie oft auch die Deinstallation von Zusatzprogrammen. Oursurfing.com tauchte erstmals um 2014 auf und betraf weltweit Millionen von Computern.
Was genau ist ein Browser-Hijacker?
Ein Browser-Hijacker ist eine Art von Schadsoftware (Malware). Er übernimmt die Kontrolle über wichtige Browser-Einstellungen. Das Ziel ist meist, den Nutzer auf bestimmte Webseiten umzuleiten. Diese Webseiten zeigen dann Werbung an. Die Betreiber verdienen Geld durch Klicks auf diese Anzeigen.
Oursurfing.com funktioniert nach diesem Prinzip. Nach der Installation ändert die Software mehrere Dinge:
- Die Startseite wird auf oursurfing.com gesetzt
- Die Standard-Suchmaschine wird geändert
- Neue Tabs öffnen sich mit oursurfing.com
- Zusätzliche Werbung erscheint beim Surfen
Laut dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sollten Nutzer regelmäßig ihre Browser-Einstellungen überprüfen. Das BSI empfiehlt auch die Nutzung von Sandbox-Technologien und regelmäßigen Sicherheitsupdates.
Wie gelangt Oursurfing.com auf den Computer?
Die häufigste Methode ist das sogenannte Bundling. Das bedeutet: Die Software versteckt sich in anderen Programmen. Wenn jemand ein kostenloses Programm herunterlädt, wird Oursurfing.com heimlich mitinstalliert.
Typische Quellen für die Infektion
- Kostenlose Software von unseriösen Downloadseiten
- Gefälschte Updates für Flash Player oder Java
- E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern
- Werbebanner mit irreführenden Download-Buttons
- Torrent-Dateien und illegale Downloads
Bei der Installation von Programmen gibt es oft Zusatzoptionen. Diese sind häufig vorausgewählt. Wer nicht aufpasst, installiert ungewollt weitere Software. Oursurfing.com nutzt genau diese Methode.
Wichtig: Immer die benutzerdefinierte Installation wählen. Dort kann man zusätzliche Software abwählen.
Anzeichen für eine Infektion mit Oursurfing.com
Viele Nutzer bemerken die Infektion erst spät. Hier sind die häufigsten Symptome:
- Die Startseite zeigt plötzlich oursurfing.com
- Suchanfragen werden auf unbekannte Seiten umgeleitet
- Der Browser reagiert langsamer als gewöhnlich
- Es erscheint ungewöhnlich viel Werbung
- Neue Browser-Erweiterungen tauchen auf, die man nicht installiert hat
- Pop-up-Fenster öffnen sich ständig
Diese Symptome treten bei allen betroffenen Browsern auf. Dabei macht es keinen Unterschied, ob man Firefox, Chrome oder den Internet Explorer nutzt.
Oursurfing.com aus Mozilla Firefox löschen
Mozilla Firefox hat in Deutschland einen Marktanteil von etwa 16 Prozent. Das zeigt Statista in aktuellen Statistiken. Firefox bietet gute Möglichkeiten, Browser-Hijacker zu entfernen.
Schritt 1: Unbekannte Erweiterungen deinstallieren
- Firefox öffnen
- Auf die drei Striche oben rechts klicken (Menü)
- Add-ons und Themes auswählen
- Links auf Erweiterungen klicken
- Alle unbekannten oder verdächtigen Erweiterungen suchen
- Auf Entfernen klicken bei jeder verdächtigen Erweiterung
Schritt 2: Startseite zurücksetzen
- Im Firefox-Menü auf Einstellungen gehen
- Links Startseite auswählen
- Bei Startseite und neue Fenster die gewünschte Seite eingeben
- Oursurfing.com durch zum Beispiel www.google.de ersetzen
Schritt 3: Suchmaschine ändern
- In den Einstellungen links auf Suche klicken
- Unter Standardsuchmaschine die gewünschte Suchmaschine wählen
- Falls oursurfing.com dort erscheint, diese löschen
Schritt 4: Firefox komplett zurücksetzen
Wenn die vorherigen Schritte nicht helfen, kann man Firefox zurücksetzen:
- In die Adresszeile
about:supporteingeben - Auf Firefox bereinigen klicken
- Die Aktion bestätigen
Hinweis: Beim Zurücksetzen bleiben Lesezeichen und Passwörter erhalten. Aber alle Erweiterungen und Einstellungen werden gelöscht.
Laut Heise arbeitet Mozilla an verbesserten Suchfunktionen. Diese könnten in Zukunft auch bei der Erkennung verdächtiger Suchmaschinen helfen.
Oursurfing.com aus Google Chrome entfernen
Google Chrome ist mit über 50 Prozent Marktanteil der beliebteste Browser in Deutschland. Die Entfernung von Oursurfing.com funktioniert hier ähnlich wie bei Firefox.
Erweiterungen überprüfen und löschen
- Chrome öffnen
- Auf die drei Punkte oben rechts klicken
- Weitere Tools auswählen
- Dann Erweiterungen anklicken
- Verdächtige Erweiterungen finden und entfernen
Startseite in Chrome ändern
- Einstellungen öffnen (über die drei Punkte)
- Links Beim Start auswählen
- Bestimmte Seite oder Seiten öffnen anklicken
- Oursurfing.com löschen und gewünschte Seite eingeben
Suchmaschine in Chrome ändern
- In den Einstellungen auf Suchmaschine klicken
- Eine andere Suchmaschine als Standard festlegen
- Unter Suchmaschinen verwalten oursurfing.com löschen
Chrome vollständig zurücksetzen
- Einstellungen öffnen
- Ganz nach unten scrollen
- Auf Einstellungen zurücksetzen klicken
- Einstellungen auf ursprüngliche Standardwerte zurücksetzen wählen
- Bestätigen
Nach dem Zurücksetzen sind alle Erweiterungen deaktiviert. Die Startseite und Suchmaschine werden auf die Standardwerte gesetzt.
Oursurfing.com aus dem Internet Explorer löschen
Der Internet Explorer (IE) wird heute kaum noch verwendet. Microsoft hat ihn durch Edge ersetzt. Aber manche Computer haben noch den IE installiert. Auch hier kann sich Oursurfing.com einnisten.
Add-Ons im Internet Explorer verwalten
- Internet Explorer starten
- Auf das Zahnrad-Symbol oben rechts klicken
- Add-Ons verwalten auswählen
- Links auf Symbolleisten und Erweiterungen klicken
- Verdächtige Einträge markieren und Deaktivieren
Startseite im IE ändern
- Auf das Zahnrad-Symbol klicken
- Internetoptionen wählen
- Im Tab Allgemein die Startseite ändern
- Oursurfing.com durch die gewünschte Adresse ersetzen
- Übernehmen klicken
Suchmaschinen im IE verwalten
- In Add-Ons verwalten gehen
- Links auf Suchanbieter klicken
- Unerwünschte Suchmaschinen löschen
- Gewünschte Suchmaschine als Standard festlegen
Internet Explorer zurücksetzen
- Internetoptionen öffnen
- Tab Erweitert auswählen
- Auf Zurücksetzen klicken
- Persönliche Einstellungen löschen aktivieren
- Noch einmal Zurücksetzen klicken
Zusätzliche Schritte auf Windows-Ebene
Die Browser-Einstellungen zu ändern reicht oft nicht aus. Oursurfing.com installiert häufig auch Programme auf dem Computer. Diese müssen ebenfalls entfernt werden.
Programme deinstallieren
- Systemsteuerung öffnen
- Programme und Features auswählen (oder Apps unter Windows 10/11)
- Liste der installierten Programme durchsuchen
- Verdächtige Programme finden, zum Beispiel:
- Oursurfing
- Search Protect
- Conduit
- Browser Protect
- Unbekannte Toolbars
- Diese Programme deinstallieren
Browser-Verknüpfungen überprüfen
Manche Hijacker ändern die Desktop-Verknüpfungen des Browsers. So wird beim Start automatisch oursurfing.com geöffnet.
So überprüft man die Verknüpfungen:
- Rechtsklick auf die Browser-Verknüpfung
- Eigenschaften auswählen
- Das Feld Ziel überprüfen
- Am Ende sollte nur der Browser-Pfad stehen (z.B.
"C:\Program Files\Mozilla Firefox\firefox.exe") - Falls dort eine URL steht, diese löschen
Hosts-Datei kontrollieren
Die Hosts-Datei kann von Malware manipuliert werden. Sie befindet sich hier:
C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts
- Die Datei mit Notepad öffnen (als Administrator)
- Einträge unter
127.0.0.1 localhostsollten nur Standard-Einträge sein - Verdächtige Zeilen löschen
- Speichern
Spezielle Entfernungs-Tools nutzen
Manchmal reichen die manuellen Schritte nicht. Dann helfen Anti-Malware-Programme. Diese erkennen und entfernen Browser-Hijacker automatisch.
Empfohlene kostenlose Tools
- Malwarebytes: Sehr effektiv gegen Browser-Hijacker
- AdwCleaner: Spezialisiert auf Adware und Hijacker
- HitmanPro: Findet versteckte Malware
- ESET Online Scanner: Kostenloser Online-Scan
Wichtig: Nach dem Scan den Computer neu starten. Dann nochmal alle Browser-Einstellungen überprüfen.
So schützt man sich in Zukunft
Nach der Entfernung will man natürlich nicht wieder infiziert werden. Hier sind wichtige Schutzmaßnahmen:
Bei Downloads aufpassen
- Nur von offiziellen Seiten herunterladen
- Bei der Installation benutzerdefiniert wählen
- Alle Häkchen bei Zusatzsoftware entfernen
- Nutzungsbedingungen kurz überfliegen
Browser sicher einstellen
Wie how2shout.com erklärt, ist es wichtig, den Standard-Browser selbst festzulegen. So behält man die Kontrolle über die Einstellungen.
Weitere Tipps:
- Pop-up-Blocker aktivieren
- Erweiterungen regelmäßig überprüfen
- Browser aktuell halten
- Phishing-Schutz einschalten
Antiviren-Software verwenden
Ein gutes Antivirenprogramm erkennt viele Bedrohungen schon beim Download. Die meisten Programme haben auch einen Echtzeitschutz. Dieser warnt vor verdächtigen Webseiten.
Technischer Hintergrund
Browser-Hijacker wie Oursurfing.com verändern verschiedene Systemdateien und Registry-Einträge. Das macht die Entfernung kompliziert.
Was Oursurfing.com verändert
| Bereich | Was geändert wird |
|---|---|
| Browser-Einstellungen | Startseite, Suchmaschine, neue Tabs |
| Windows-Registry | AutoStart-Einträge, Browser-Standardwerte |
| Dateisystem | Browser-Verknüpfungen, möglicherweise Hosts-Datei |
| Browser-Profile | Erweiterungen, gespeicherte Suchmaschinen |
Registry-Einträge (für fortgeschrittene Nutzer)
Die Windows-Registry kann manipuliert werden. Dort finden sich oft Einträge für Oursurfing.com unter:
HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Internet Explorer\MainHKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Internet Explorer\Main
Warnung: Die Registry nur bearbeiten, wenn man weiß, was man tut. Falsche Änderungen können das System beschädigen.
Rechtliche Einordnung
Browser-Hijacker bewegen sich in einer Grauzone. Technisch gesehen sind sie nicht immer illegal. Die Software wird ja oft mit Zustimmung installiert – auch wenn diese versteckt erfolgt.
In Deutschland regelt das Telemediengesetz den Umgang mit solcher Software. Auch die DSGVO spielt eine Rolle. Denn Hijacker sammeln oft Nutzerdaten ohne klare Einwilligung.
Das Mozilla Privacy Notice zeigt, wie transparente Datenverarbeitung aussehen sollte. Browser-Hijacker arbeiten genau gegenteilig: Sie verstecken ihre Praktiken.
Zusammenfassung
Hier nochmal alle Schritte in Kurzform:
- Programme deinstallieren: Verdächtige Software aus Windows entfernen
- Erweiterungen löschen: In allen Browsern unbekannte Add-ons entfernen
- Startseite ändern: In jedem Browser die gewünschte Startseite einstellen
- Suchmaschine ändern: Standard-Suchmaschine zurücksetzen
- Verknüpfungen prüfen: Desktop-Verknüpfungen auf URLs überprüfen
- Anti-Malware nutzen: Scan mit AdwCleaner oder Malwarebytes durchführen
- Browser zurücksetzen: Falls nötig, den Browser komplett zurücksetzen
- Neustart: Computer neu starten und überprüfen
