Segeltörn – Mit diesen Tipps und Infos sind Sie bestens vorbereitet!

Der Wind bläst in die Segel, die Wellen plätschern gegen den Bug. Das Schiff steht auf Kurs und am Horizont ist langsam der Hafen zu erkennen. Die Sonne scheint – und Sie strahlen ebenfalls: Denn all das ist auch Ihr Verdienst.

Um an einem Segeltörn teilzunehmen, bedarf es keinerlei Vorkenntnisse. Stattdessen lernen Sie die Grundlagen des Segelns gleich auf dem Meer, ohne trockene Theoriestunden. Tauschen Sie den grauen Alltag gegen türkisfarbenes Meer! Ein Segeltörn ist ein Urlaub auf See für aktive und abenteuerlustige Menschen.

Packliste: Das brauchen Sie für den Segeltörn

Prinzipiell gilt: Nur das Nötigste ist mitzunehmen, denn die Kojen bieten nicht viel Platz. Es herrscht in etwa der Standard eines Campingplatzes. Unbedingt einpacken sollten Sie:

  • Bequeme, aber wetterfeste (heißt: wasserdichte) Kleidung, darunter auch eine Kopfbedeckung und Handschuhe
  • Festes Schuhwerk mit Gummisohle oder Gummistiefel
  • Sonnenschutz
  • Eventuell ein Schlafsack und Kissen (beim Anbieter erfragen)
  • Wäsche, Handtücher und Hygieneartikel

Zum Transport des Gepäcks nehmen Sie keinen Koffer, sondern eine Reisetasche oder – wie sollte es auch anders sein – einen Seesack.

Selbstverständlich können Sie auch einen Fotoapparat beziehungsweise eine Digitalkamera mitnehmen. Sie sollten allerdings bedenken, dass sie solche Geräte vor Nässe schützen sollten. Außerdem ist nicht auf allen Segelschiffen ein Stromanschluss vorhanden, um Akkus oder das Handy aufzuladen. Informieren Sie sich auch hier vorher beim jeweiligen Anbieter.

Was versteht man unter einem Segeltörn?

Der Begriff Segeltörn bezeichnet das Zurücklegen einer Strecke mittels eines Segelschiffs. Meistens sind die Strecken dabei so angelegt, das Ausgangs- und Zielpunkt übereinstimmen. Sie unterscheiden sich zudem durch ihre Länge und den Zweck der Fahrt. So werden folgende Segeltörns unterschieden:

  • Ein Ausbildungstörn dient der Vorbereitung auf die praktische Prüfung zum Erwerb des Segelscheins.
  • Ein Schwerwettertörn dient Bootsführern als Übung zum Beherrschen des Schiffes unter schwierigen Bedienungen, beispielsweise Sturm.
  • Ein Überführungstörn dient dem Zweck, ein Schiff von einem Ort zum anderen zu bewegen.
  • Bei einem Meilentörn werden, wie der Name es andeutet, lange Strecken zurückgelegt. Der Überführungstörn ist somit eine Unterkategorie des Meilentörns.

Für Laien ist von diesen vier Arten lediglich der Meilentörn von Interesse. Sie müssen sich jedoch nicht gleich auf eine Weltumseglung begeben – es gibt auch Kurztörns, die nicht länger als ein paar Stunden dauern oder einem Tagestrip entsprechen. Diese können sowohl auf dem Meer als auch auf Seen stattfinden.

Im Gegensatz zu einer Kreuzfahrt ist bei einem Segeltörn vorgesehen, dass die Passagiere sich aktiv als Teil der Mannschaft mit einbringen. Dabei lernen Neulinge von erfahrenen Matrosen, während der Skipper (Bootsführer) Aufsicht führt. „Learning by Doing“ lautet hier die Devise!

Wer darf an einem Segeltörn teilnehmen?

Das Beste zuerst: Ein Segelschein ist nicht nötig, wenn Sie als Teil der Crew unter einem Skipper anheuern. Abhängig von Ihren Vorkenntnissen werden Sie unterschiedlich eingesetzt. Es empfiehlt sich jedoch Segeln zu lernen, wenn Sie öfters an einem Segeltörn teilnehmen oder ohne Unterweisung eines Bootsführers segeln möchten.

Des Weiteren ist Folgendes Voraussetzung für die Teilnahme an einem Segeltörn:

  • Sie müssen ein sicherer Schwimmer sein.
  • Sie befinden sich in einer guten körperlichen Verfassung.
  • Sie sind volljährig oder segeln in Begleitung Ihrer Eltern.

Davon abgesehen müssen bestimmte Wetterbedingungen gegeben sein. Bei starkem Sturm und Unwettern wird das Auslaufen des Schiffes vom Skipper verschoben oder der Segeltörn vorzeitig abgebrochen.

Unterschiedliche Segelschiffe

Es gibt verschiedene Arten von Segelschiffen, mit denen Sie auf einen Segeltörn gehen können. Es werden im Wesentlichen drei Segelschiffstypen unterschieden:

  • Das Segelboot ist eine kleine Ausführung des Segelschiffs und nicht länger als zehn Meter. Es wird allein durch Windkraft angetrieben und bietet unter Deck keine Kojen oder andere Schlafmöglichkeiten. Aus diesem Grund kommt es ausschließlich bei kurzen Törns zum Einsatz.
  • Die Segelyacht ist mit einer Länge von mehr als zehn Metern größer als das Segelboot und bietet auch unter Deck Platz für die gesamte Mannschaft. Somit eignet sie sich für Meilentörns.
  • Ein Motorsegler ist ursprünglich eine Weiterentwicklung der Frachtsegler, die zusätzlich zur Windkraft mithilfe eines Motors angetrieben werden. Dabei handelt es sich keineswegs nur um einen Hilfsmotor für eine Flaute – Segel und Motor sind gleichgestellt. Heutzutage werden Motorsegler ausschließlich für sportliche Zwecke benutzt.

Alle diese Segelschiffe haben jedoch in der Regel eins gemeinsam: Sie haben einen Mast, an dem sie Schratsegel führen. Diese Segel werden im Ruhezustand in Richtung der Schiffsachse, also längs, gesetzt. Rahsegel, die quer zur Fahrtrichtung gesetzt werden und die Sie bestimmt aus Piratenfilmen kennen, finden heutzutage kaum noch Einsatz.

Wie läuft ein Segeltörn ab?

Zuerst einmal muss geklärt sein, wie Sie zum Ablegehafen gelangen. Da Sie nicht viel Gepäck bei sich tragen sollten, ist die Anreise per Bus und Bahn naheliegend. Reisen Sie mit dem Auto an, so klären Sie vorher ab, wo Sie das Auto für die Zeit des Segeltörns abstellen können.

An Board erwartet Sie Folgendes:

  • Der Skipper stellt sich vor und verteilt die Kojen
  • Nachdem alle ausgepackt haben, werden die Details der Route durchgesprochen und die Aufgaben verteilt. Dazu gehört auch, wer für das Kochen zuständig ist.
  • Es folgt eine Sicherheitseinweisung.
  • Auf einem längeren Segeltörn wird eine Bordkasse angelegt, in die jeder den gleichen Betrag einzahlt. Anfallende Kosten für Lebensmittel werden damit gedeckt.
  • Wenn Zwischenstopps eingeplant sind, können Sie beim Landgang den fremden Ort erkunden. Teilweise übernachtet man dort auch in Hotels anstatt in der Koje des Bootes.

Während des Segelns werden Sie in die unterschiedlichen Manöver eingewiesen und lernen, die Segel zu setzen und zu bergen sowie Kurs einzuschlagen. Je mehr Erfahrung sie gesammelt haben, desto mehr Verantwortung überträgt Ihnen der Skipper.

Segelreviere in Deutschland und der Welt

Sie können sowohl in Binnengewässern als auch auf See segeln. In Deutschland bieten sich die Segelreviere der Nord- und Ostsee an. Besonders die Ostsee ist für Anfänger geeignet, da dort der Tidenhub (der Unterschied des Wasserpegels zwischen Ebbe und Flut) verhältnismäßig gering ist. Beliebte Reviere zum Segeln sind beispielsweise die Flensburger Förde, die Kieler Bucht, Lübecker Bucht oder Mecklenburger Bucht.

Innerhalb Europas ist das Mittelmeer ein sehr populäres Gewässer. Zu verdanken ist dies den milden bis warmen Verhältnissen, die in einigen Regionen selbst das Segeln im Spätherbst noch angenehm gestalten. Die Segelreviere des Mittelmeers erstrecken sich unter anderem über die Costa Brava, die Balearen, die Côte d’Azur und die italienische Riviera.

Jenseits der Weltmeere können Sie in den ganzen Globus besegeln. Auf viele Gleichgesinnte werden sie vor den Küsten Newports, Sydneys, Kapstadt oder in der Karibik stoßen. Auch Törns über Ozeane sind teilweise möglich.

Romantik pur: Ein Segeltörn in den Sonnenuntergang

Erlebnis-Anbieter wie mydays und Jochen Schweizer bieten Verliebten etwas Außergewöhnliches an: Ein mehrstündiger Segeltörn bei Sonnenuntergang. Mit anpacken müssen Sie hier selbstverständlich nicht.

Stattdessen gibt es ein Glas Wein und einen unvergesslichen Anblick. Ein solcher Törn ist die ideale Geschenkidee zum Jahrestag, Valentinstag oder einfach zwischendurch – und mit knapp 60 Euro auch erschwinglich!

Was macht der Skipper?

Auf dem Segelschiff hat der Skipper einen Rund-um-die-Uhr-Job. Als Bootsführer fällt es in seinen Aufgabenbereich, die Route im Auge zu behalten, das Schiff zu warten sowie die Crew als Einheit zusammenzuhalten. Er stellt eine Respektsperson dar, deren Anweisungen stets Folge zu leisten ist. Schließlich sorgt er für Ihre Sicherheit!

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