Qigong – Tanken Sie Energie bei meditativen Bewegungen aus China!

Die innere Kraft des Körpers soll Qigong zutage fördern. Selbstheilung ist das Ziel, der Weg führt über Bewegung, Meditation, meist aber eine Mischung aus beidem.

Selbst die Schulmedizin erkennt Qigong als heilsam an – und empfiehlt die fernöstliche Heilkunst sogar zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs. Qigong zu lernen, lohnt sich. Aber welche Wirkung hat es? Welche Stile gibt es im Qigong? Welche Übungen eignen sich für Anfänger?

Wirkung und Nutzen von Qigong

Zu Qigong gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Das Konzept ist beeinflusst von Elementen und Traditionen chinesischer Medizin, Kampfkunst, Philosophie und Religion. Die verschiedenen Techniken fördern den Energiehaushalt des Körpers und werden auch zur Behandlung von Krankheiten angewendet.

Die Bewegungsübungen des Qigong stärken die Muskulatur und mobilisieren die Gelenke. Die Bewegungen trainieren den gesamten Körper, nicht bloß einzelne Muskelgruppen. Der gesamte Bewegungsapparat wird gleichmäßig angesprochen.

Muskelgruppen, die unterdurchschnittlich ausgeprägt sind, fördern diese Bewegungen und gleichen sie mit dem restlichen Körper ab. Qigong gleicht Bewegungsmängel und einseitige Belastungen aus und kann auch gezielt zur Behandlung von Beschwerden und Schmerzen sowie von Haltungsschäden eingesetzt werden.

Die chinesische Medizin geht vom Fluss der Energie (Qi) durch den gesamten Körper aus. Blockaden an einzelnen Stellen können den Fluss beeinträchtigen und das Qi aus dem Gleichgewicht bringen.

Durch regelmäßige Übungen sollen diese Beschwerden und Blockaden beseitigt werden. Dem Körper wird eine gesunde und wache Haltung antrainiert. Auch der Organhaushalt des Körpers wird gestärkt, weil sich der Energiefluss auch auf die Regulierung des Kreislaufs von Blut, Hormonen und Atem auswirkt.

Verschiedene Krankheiten werden in der chinesischen Kultur seit jeher mit Qigong behandelt, zum Beispiel Asthma, Gelenkbeschwerden, Gefäßkrankheiten, Multiple Sklerose und sogar psychische Leiden wie Depressionen.

Ausprägungen des Qigong

Qigong kann in unterschiedlicher Form praktiziert werden. Man unterscheidet zwischen dem stillen Qigong, Qigong in Bewegung und in Fortbewegung.

Stilles Qigong (auch inneres Qigong genannt) erfordert kaum körperliche Bewegung und ist äußerlich kaum nachvollziehbar. Es findet innere Bewegung statt, und die Praxis wurde eher von Meditationstechnik und Philosophie fernöstlicher Religionen geprägt.

Die wichtigsten Übungen bestehen in Atemregulierungen, Meditation und geistiger Lösung sowie Öffnung. Einige der stillen Übungen lassen sich auch im Alltag ausführen.

Das Qigong in Bewegung (auch äußeres Qigong genannt) verknüpft die Meditation mit Bewegung. Die Übungen werden in Meditation ausgeführt und mit der Atmung koordiniert. Sie dienen der Mobilisierung des gesamten Bewegungsapparates und der Durchblutung. Dem äußeren Qigong können viele Übungen zugeordnet werden. Dazu zählen:

  • Brokatübungen
  • Das Spiel der fünf Tiere
  • Die zehn Meditationen auf dem Berg Wudang
  • Himmel und Erde verbinden

Durch die Übungen soll sich der Energiekörper des Menschen öffnen und Qi ansammeln. Das Qigong in Bewegung umfasst die meisten Übungen, die in kurz und lang unterteilt werden können.

Das Qigong in Fortbewegung wird auch als Qigong-Gehen bezeichnet. Verschiedene Gehtechniken werden mit Atemübungen verbunden. Zu den bekannten Übungen des Qigong-Gehens zählen:

  • Fünf Organschritte
  • Guolin-Qigong
  • Chan Mi-Gehen
  • Tier-Gehschritte

Qigong-Gehen wird auch zur Behandlung von Krankheiten wie Krebs (Nierengehen) und Asthma angewandt. Viele Befürworter sehen darin einen Weg der Selbsthilfe und –Heilung neben der Schulmedizin.

Innerhalb des Qigong gibt es zahlreiche verschiedene Richtungen. Was sie alle eint, ist die Annahme der Lebensenergie (Qi) im Körper. Dabei dienen die Übungen immer der Aktivierung des Energieflusses, der Lösung von Blockaden und geistiger, spiritueller Entwicklung.

Der körperliche Teil der Übungen entstammt den Einflüssen aus der chinesischen Medizin und fernöstlichen Kampfkünsten. Der spirituelle Teil ist eher von der Philosophie und Religion, den des Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus geprägt.

Aufgrund der verschiedenen Formen unterscheiden sich die Bewegungsübungen der Kurse. Je nach Kurs werden entweder einzelne Formen oder eine Mischung aus Bewegung, Fortbewegung und Stillübungen unterrichtet.

Training und Übungen im Qigong

Die Übungen des Qigong reichen von einfachen Mediations- und Bewegungsübungen bis hin zu Formen mit mehreren Schritten und komplizierten Abläufen. Einfache Übungen, die Sie auch ohne tiefere Kenntnisse nachmachen können, sind:

  • Erweitern des Brustkorbes
  • Streckung von Bauch- und Rückenmuskulatur
  • Neigen des Oberkörpers

Das Erweitern des Brustkorbes erfolgt in drei Schritten, die je drei Mal auf jeder Seite wiederholt werden:

  • Arme nach vorne Strecken, die Hände zu Fäusten ballen
  • Bogenschritt mit dem linken (rechten) Fuß, Arme zur Seite hin zweimal öffnen
  • Linker (Rechter) Fuß zurück, Hände auf die Knie, Kniekehlen dehnen. In die Knie gehen, Kinn an die Brust, Rücken durchstrecken, wieder aufrichten.

Die Streckung der Bauch- und Rückenmuskulatur dient der Verteilung des Qi im Körper. Durch die Neigung des Oberkörpers werden Blockaden gelöst.

Komplexere Bewegungsabläufe umfassen zum Teil über zehn Schritte. Im inneren Qigong und Tai Chi wendet man zum Beispiel die 18 Figuren der Harmonie an. Eine meditative Übung, mit der das Qi durch den ganzen Körper geleitet werden soll, ist der kleine himmlische Kreislauf. Das Durchlaufen der Meridiane und Energiepunkte im Körper geschieht dabei durch innere Visualisierung.

Was passiert beim Duft-Qigong?

Die Methode des Duft-Qigong ist sehr alt. Breitere Aufmerksamkeit erregte sie aber erst in den letzten 25 Jahren. Der Begriff Duft-Qigong ist metaphorisch zu verstehen. Dadurch soll verbrauchtes, krankes, „stinkendes“ Qi ausgeschieden werden.

Dabei geht die Lehre davon aus, dass der Mensch dies über 36 Organe zu tun vermag. Die Übungen sollen alle Ausscheidungsorgane aktivieren. Im Gegensatz zu den anderen Formen, soll man beim Duft-Qigong nicht erst abwarten, bis man erkrankt ist, sondern durch regelmäßiges Training die Selbstreinigungskräfte vorbeugend aktivieren.

Wofür benötige ich Qigong-Kugeln?

Qigong-Kugeln haben einen Durchmesser zwischen 30mm und 80mm. Sie sind hohl und tragen eine Klangquelle in sich. Die Kugeln erzeugen bei Bewegung einen hohen (weiblichen, Yin) Ton und einen tiefen (männlichen Yang) Ton.

Durch das gleichmäßige gegeneinander Drehen der Kugeln in einer Hand soll das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang im eigenen Körper hergestellt werden. Zudem stimuliert die Übung die Reflexzonen der Hand.

Qigong-Kleidung und Schuhe

In einfachen Kursen tragen die Teilnehmer oft nur bequeme Sportkleidung. Im weiteren Verlauf tragen viele Qigong-Schüler und Lehrer spezielle Qigong-Kleidung. Diese ähnelt der Kleidung fernöstlicher Kampfkünste: Weite, luftige Anzüge, oft aus Seide und enganliegende Halbschuhe.

Spezielle Qigong-Kleidung ist aber keine Grundvoraussetzung, um die Übungen richtig durchzuführen. Lediglich Schmuck und Uhren sollten Sie davor ablegen.

Kritik an der Qigong-Lehre

Die Ausbildung der Qigong-Lehrer ist manchen Kritikern nicht stark genug reglementiert. Die Qualifikationen der Lehrer seien nicht mit denen von Heilpraktikern oder Medizinern gleichzusetzen.

Auch an der Wirkung von Qigong-Kugeln wird oft gezweifelt. Von der Schulmedizin ist Qigong aber weitgehend anerkannt. Die Behandlung von Krebs mit Qigong wird zum Beispiel auch von der Deutschen Krebshilfe empfohlen.

Literatur zum Qigong

  • Qi Gong: Ein praxisbezogenes Lehrbuch über eine uralte chinesische Heilkunst von Hong Li Yuan, 63 Seiten. Grundlagen des Qigong erklärt für Einsteiger.
  • Der Weg des Meisters: Das Geheimnis des Qigong und der Traditionellen Chinesischen Medizin von Dr. med. Christopher Po Minar, 288 Seiten. Zusammenhänge der chinesischen Medizin und Qigong verständlich erklärt.
  • Shaolin Qi Gong: Energie in Bewegung von Shi Xinggui, 125 Seiten. Körperliche Übungen des Qigong – Ein Shaolin Meister klärt auf.
  • Das stille Qi Gong nach Meister Zhi-Chang Li: Innere Übungen zur Stärkung der Lebensenergie von Ulli Olvedi, 320 Seiten. Ein ausführliches Buch zum inneren Qigong.

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