Goldwaschen – So finden Sie das Edelmetall im Fluss!

Mitte des 19. Jahrhunderts folgten viele Amerikaner von Armut geplagt dem „Ruf der Wildnis“ und begaben sich in den Westen des Landes, wo ein Goldrausch ausgebrochen war.

Wer das Erlebnis des Goldwaschens heutzutage nachempfinden möchte, muss sich nicht extra nach Übersee begeben: Auch in Deutschland kann vielerorts in Flüssen kleine Mengen an Golf gefunden werden. Reich wird man zwar auch hier nicht, aber Goldwaschen ist trotzdem spannend und macht Groß und Klein Spaß.

Ausrüstung und Zubehör für das Goldwaschen

Um Gold zu waschen gibt es zwei Möglichkeiten: Die Benutzung eines Sichertrogs oder die Zuhilfenahme einer Waschrinne.

Der Sichertrog:

  • Auch Goldwaschpfanne genannt
  • Aus Plastik oder Metall
  • Günstig in der Anschaffung und leicht in der Handhabung
  • Manuelles Trennen des Golds vom übrigen Gestein durch Dreh- und Schüttelbewegungen, dabei setzt sich das Gold aufgrund seiner größeren Dichte am Pfannenboden ab
  • Größere Gesteinsbrocken können vorher mit einem Sieb ausgesiebt werden

Die Waschrinne:

  • Eine mechanische Vorrichtung, die einen Strömungskanal erzeugt
  • Meist aus Aluminium, in verschiedenen Längen erhältlich (von einem Meter bis zu 200 Metern Länge)
  • Funktioniert nach demselben Prinzip wie die Waschpfanne, da die verschiedenen Dichten der Materialien einen unterschiedlichen Auftrieb bedingen. So setzten sich die einzelnen Materialien in unterschiedlichen Rillen ab.
  • Mit Waschrinnen arbeitet man wesentlich schneller
  • Sie sind teuer in der Anschaffung und rentieren sich bei gelegentlichem Goldwaschen nicht
  • Sie sind nicht überall zum Goldwaschen zugelassen

Darüber hinaus sollten Sie für die Goldsuche folgendes Zubehör mitzubringen und diese Kleidung zu tragen:

  • Hohe Gummistiefel
  • Kleidung, die schmutzig werden darf und am besten auch Wechselkleidung
  • Im Sommer eine Kopfbedeckung zum Sonnenschutz
  • Ein Klappspaten und/oder eine Klappschaufel
  • Sammelröhren für das Gold und eine Pipette für das Bergen kleiner Goldflitter

Bis auf den Sichertrog oder die Waschrinne ist das Zubehör in jedem herkömmlichen Baumarkt erhältlich. Goldwaschpfannen finden Sie in gut sortierten Outdoorsport- und Freizeitgeschäften oder im Internet. Der wohl bekannteste Anbieter von Goldwaschpfannen ist der Schweizer Garrett, dessen Produkte auch bei Amazon erhältlich sind.

Anleitung zum Goldwaschen mit der Pfanne

Das Goldwaschen mit einer Pfanne wird, gemäß der englischen Bezeichnung, als „Goldpanning“ bezeichnet und läuft in den folgenden Arbeitsschritten ab:

  • Die Pfanne mit Material füllen und ins Wasser eintauchen, bis sie vollgelaufen ist. Das Wasser sollte nicht trüb sein, da man sonst nichts sieht.
  • Die Goldwaschpfanne unter Wasser halten und leicht schütteln. Dabei vorsichtig gleichmäßige Drehbewegungen machen. Sand und Gestein mit einer geringeren Dichte als Gold läuft über den Pfannenrand zurück ins Wasser. Das Gold und andere Schwermetalle mit hoher Dichte sammeln sich am Pfannenboden. Dieser Vorgang sollte nicht an einer Stelle mit starker Strömung durchgeführt werden, da sonst versehentlich zu viel Material verloren geht.
  • Dann die Pfanne vorsichtig kippen und die obere Schicht von wertlosem Material mit dem Wasser hinaus fließen lassen.
  • Die beiden vorherigen Schritte einige Male wiederholen.
  • Ist nur noch eine geringe Menge feiner Sand am Boden übrig, die Pfanne nur noch mit wenig Wasser füllen. Dann durch behutsame Vor- und Zurückbewegungen den Sand ablaufen lassen.
  • Gold und Flitter werden geborgen. Dafür das Gold mit einem trockenen Finger aufnehmen und in ein mit Wasser gefülltes Behältnis geben. Beim Kontakt mit dem Wasser löst sich das Gold problemlos vom Finger und sinkt zum Boden des Behältnisses ab. Besonders feine goldene flitter mit einer Pipette aufsaugen.

Goldwaschen mit einer Pfanne ist nicht schwer und kann selbst von Kindern unter der Anleitung von Erwachsenen ausgeübt werden. Es erfordert jedoch Geduld und Übung. Seien Sie lieber etwas zu vorsichtig, sonst gehen Ihnen Goldflitter verloren.

Wie finde ich den richtigen Ort zum Goldwaschen?

Nicht an jeder Stelle des Flussverlaufs lässt sich Gold finden. Der Vorgang des Auskundschaftens einer geeigneten Stelle wird als Prospektion bezeichnet. Dabei führen Goldsucher an unterschiedlichen Stellen verschiedene Waschvorgänge durchgeführt, um herauszufinden, ob Gold vorhanden ist. Im Allgemeinen ist an folgenden Flussstellen am ehesten mit einem Goldfund zu rechnen:

  • Stellen, an denen sich die Fließgeschwindigkeit des Wassers ändert
  • Vertiefungen des Flussbetts
  • Die Kurveninnenseite von Flussbiegungen
  • Die Rückseite von Hindernissen im Fluss (zum Beispiel Felsbrocken)
  • Nach Wasserfällen

Außerdem gilt: Je tiefer im Flussbett gegraben wird, desto höher sind die Chancen auf Gold zu stoßen.

In Deutschland begeben sich Goldwäscher vorwiegend entlang des Rheins und an den Flüssen Thüringens auf Goldsuche. Sollten Sie sich dort oder woanders auf eigene Faust eine Stelle zum Goldwaschen ausgucken, müssen Sie Folgendes beachten:

  • Erkundigen Sie sich bei der Gemeindeverwaltung nach möglichen Sperrzeiten. Diese müssen eingehalten werden, damit die Fische beim Laichen nicht gestört werden.
  • Die Goldsuche ist in den meisten Bundesländern Deutschlands abgabepflichtig. Die Abgaben sind an den Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich der Fund ereignete, zu entrichten.
  • Privatpersonen, die das Goldwaschen als Freizeitbeschäftigung ohne Gewinnerzielungsabsicht praktizieren, brauchen für die Gewässerbenutzung keine Genehmigung.

Um das Goldwaschen als Hobby oder gelegentliches Freizeiterlebnis zu betreiben, nehmen Sie am besten einen der vielen Termine von Kursanbietern im Goldwaschen teil.

Goldwaschen im Urlaub

Natürlich lässt sich Gold auf der ganzen Welt finden und waschen. Ein besonders hohes Goldvorkommen gibt außerhalb Europas und zwar in diesen Ländern:

  • USA (vorwiegend Kalifornien, andere westliche Staaten und Alaska)
  • Australien
  • Südafrika
  • Kanada (vor allem in British Columbia und Ontario)

Da hierzulande mit größeren Goldfunden und Nuggets nicht zu rechnen ist, begeben sich viele ambitionierte Goldwäscher im Urlaub auf Goldsuche und bereisen eines dieser Länder.

Wenn Sie ein Anfänger sind und dort nicht auf eigene Faust nach einer geeigneten Stelle Ausschau halten wollen, kontaktieren Sie einen der zahlreichen Anbieter vor Ort, die sowohl Goldwaschkurse anbieten als auch bestimmte Stellen an Flussufern für die Goldsuche zur Verfügung stellen. Gerne hilft Ihnen bei der Anbietersuche auch das Reisebüro weiter.

Dem Reichtum der Natur auf der Spur

Bereits seit der Antike suchen und finden die Menschen Gold. Häufig erfolgt der Goldabbau in Minen, doch auch in Flüssen kann Gold gefunden werden. Den Vorgang der Bergung von Gold aus einem Gewässer wird als Goldwaschen bezeichnet.

Das Flussgold war ursprünglich im Erz der Erdkruste enthalten. Beim Verwittern wurde es freigesetzt und über Flüsse abtransportiert. Aus diesem Grund begeben sich auch heute noch Goldsucher weltweit an viele Flüsse, um Gold zu waschen.

Von Nuggets und Flittern: Verschiedene Goldfunde

Beim Fund eines größeren Goldklumpens spricht man von einem Nugget. Diese sind meist nicht mehr als einige Millimeter groß, können, bei einem ordentlichen Fund, aber auch größer ausfallen.

Bei kleinen Goldpartikeln sprechen Goldsucher dagegen von Goldflitter. In Deutschland werden Nuggets nur sehr selten gefunden. So beträgt eine Tagesausbeute beim Goldwaschen zwischen 0,3 und ein Gramm.

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